Der Vodafone Gigacube wird autark

Ausgeliefert wird der Gigacube mit einem Netzteil für 220V. Wie wir schon weiter unten gesehen haben, kann man ihn mit einem passenden KFZ-Netzteil auch im Fahrzeug, im Wohnwagen oder auf dem Boot betreiben. Doch manchmal gibt es nicht einmal das – sei es auf einer einsamen Wanderhütte oder auf der Fahrradtour.

Die Lösung scheint ganz nahe zu liegen, schließlich gibt es Powerpacks. Aber entweder sind die klein und leicht, dann geben sie nur 5V Ausgangsspannung ab auf einen USB-Ausgang. Damit gibt sich der Gigacube aber nicht zufrieden. Oder sie liefern 12V – dann sind sie groß und schwer. Auch ein 12V Bleiakku ist vorstellbar – aber der ist noch schwerer bei wenig Kapazität.

Die Lösung ist ein Spannungsadapter, der die 5V kleiner, leichter Powerpacks in die richtige Spannung des Gigacube wandelt. ACHTUNG – das Powerpack muß am Ausgang MINDESTENS 2 Ampere, besser 2,5 Ampere oder mehr liefern, damit der Stromhunger des Gigacube auch bei schlechtem Empfang und intensiver Nutzung befriedigt wird.

Wir haben den Spannungswandler mit einem 10 Ah (=10000 mAh) Powerpack getestet. Der Gigacube lief bei gutem 4G-Empfang mit dem Powerpack 8 Stunden lang und versorgte währenddessen 2 Notebooks und ein Handy mit Daten (reines Surfen, keine Filme). Bei schlechtem Empfang und dem Streamen von Filmen geht die Laufzeit deutlich in die Knie.

Vodafone Zufriedenheitsgarantie

Vodafone ist – aus meiner Sicht zurecht – von seinem neuen Produkt Gigacube so überzeugt, dass es den Kunden ein Sonderkündigungsrecht von 30 Tagen ab Kauf einräumt. Dieses Sonderkündigungsrecht heißt bei Vodafone „Vodafone Zufriedenheitsgarantie“. Wenn man mit dem Gigacube und/oder dem Vodafone-Netz nicht zufrieden ist, kann man dieses Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen, der Vertrag endet und man bekommt den einmaligen Produktpreis erstattet.

Der Haken an der Sache: man muß den Gigacube mit der SIM-Karte auf dem Weg zurückgeben, wo man ihn erworben hat. Bei Onlineabschluß des Vertrages über das Vodafone-Portal ist das in der Regel problemlos. Der Sendung liegen alle notwendigen Informationen für die Rückgabe bei.

Anders scheint es im stationären Handel auszusehen. Im Vodafone-Forum berichten bereits mehrere Kunden, dass sich der Händler im Laden geweigert hat, den Gigacube zurückzunehmen und die Vodafone-Zufriedenheitsgarantie umzusetzen.

Meine Vermutung ist, dass es sich hier nicht um Vodafone Partnershops gehandelt hat, sondern um freie Händler, die nicht direkt über Vodafone arbeiten, sondern über den Umweg über einen Großhändler. Wer sich also nicht sicher ist, ob der Gigacube bei ihm auch so funktioniert, wie er hofft, sollte daher den Weg zu einem Vodafone Partnershop gehen oder direkt bei Vodafone bestellen.

Telefonieren mit dem Vodafone Gigacube – Teil 2

Normalerweise möchte man nicht mit einem Handy telefonieren, wenn man zuhause ist, sondern mit einem normalen Festnetztelefon. Es gibt auf dem Markt etliche Festnetztelefone, die IP-fähig sind.

Für diesen Test sollte es das Gigaset C430a Go sein – ein DECT-Telefon, das sowohl an einem normalen Telefonanschluß als auch an jedem Internetrouter funktioniert, für rund 70 Euro zu haben. Es hat eine komfortable Möglichkeit zur Konfiguration für die Internettelefonie – es sind so ziemlich alle VoIP-Anbieter Deutschlands abgespeichert. Man muß nur noch die Zugangsdaten eingeben – der Rest ist bereits voreingestellt. Und das Ganze extrem komfortabel – man ruft vom PC oder Tablet eine Internetadresse von Gigaset auf. Die Webseite sucht das Telefon, und man kann direkt am Bildschirm alle Einstellungen vornehmen.

So sieht der fertige Aufbau aus. Die schwarze Basisstation wird mit dem LAN-Anschluß des Vodafone Gigacube verbunden, und schon kann die Konfiguration losgehen.

Nach den Erfahrungen mit dem Handy ist es spannend, ob wirklich alle zuvor getesteten Anbieter funktionieren.

Und siehe da – keiner macht Probleme, unabhängig vom Transportlayer. Die Klangqualität ist noch einmal deutlich besser als am Handy. Wer also zum Beispiel von einem LTE zuhause-Tarif kommt, kann seine Festnetznummer zu einem VoIP-Anbieter portieren und sich so unabhängig machen von seinem Internet-/Telefonanbieter.

Mit dem Gigacube unterwegs

Der Vodafone Gigacube ist gerade als Flex-Tarif, bei dem man nur in den Nutzungsmonaten zahlt, geradezu prädestiniert dafür, ihn mit in den Urlaub, ins Gartenhaus, aufs Hausboot oder zum Camping mitzunehmen oder ihn sogar im Auto zu installieren.

Wenn man den Gigacube im Auto benutzen will, hat man ein kleines Problem: zum einen möchte das Netzteil gern 230V haben – die sind im Auto nicht vorhanden. Der Gigacube selbst möchte 12 V haben – im Auto auch nicht unproblematisch, denn das Bordnetz liefert zwar nominal eine Spannung von 12 V, die aber real im Bereich zwischen 10 und 15 Volt mit Spannungsspitzen bis 20 Volt liegt. Diese Schwankungen und vor allem die Störungen im Bordnetz mag der Gigacube nicht. Sie führen zu Störungen des Routers, und die Spannungsspitzen können zu einer Zerstörung der Geräts führen.

Wir empfehlen daher die Verwendung eines passenden KFZ-Netzteils, das Spannungen bis 30 V auf die vom Gigacube benötigten 12V wandelt und mit einer Belastbarkeit von 3 Ampere mehr als genug Reserven für den Gigacube bietet. Das Netzteil kommt auch mit den 24V-Bordnetzen von LKWs und Motorbooten klar.

Im Ferienhaus oder im Gartenhaus, aber oft auch beim Camping sind 220V vorhanden. Hier ist eher das Problem, dass die schönsten Gegenden oft eine schlechte Funkversorgung haben.

Hier bietet es sich an, zu einer leistungsstarken Richtantenne zu greifen. Entweder installiert man sie fest am Gebäude – möglichst weit oben für besten Empfang – oder – wenn man zum Beispiel eine Ferienwohnung nur gemietet hat – nutzt man ein Antennenstativ für die Aufstellung der Antenne.

Im Auto ist das eine schlechte Lösung – man weiß nie, wo gerade der nächste Sender ist. Deshalb macht im Auto eine Dachantenne Sinn, die in alle Richtungen strahlt. Diese gibt s auch als Kombianatenne mit GPS und/oder WLAN, um zum Beispiel über einen zusätzlichen WLAN-Repeater auch externe WLAN-Hotspots nutzen zu können.

 

SIM-Karte in anderen Geräten, andere SIM-Karten im Gigacube

Es kursieren immer wieder Gerüchte, dass beim Gigacube SIM-Karte und Gerät fest miteinander verbunden sind.

Das ist alles Quatsch.

Erster Versuch: fremde SIM-Karten im Gigacube verwenden. Ich habe eine im Netz der Telekom arbeitende Datenkarte in den Gigacube eingesetzt, diesen eingeschaltet – und konnte sofort surfen. Der Gigacube hat sofort die richtige APN erkannt und benutzt.

Sollte das mal nicht klappen, kann man die APN des Anbieters manuell festlegen, indem man sich in den Gigacube einloggt.

Unter „Verbindungs-

aufbau“ – Profil-verwaltungkann man ein neues Profil anlegen, das der Gigacube auch sofort benutzt.

 

 

 

Zweiter Versuch – SIM-Karte in anderen Geräten benutzen.

Zur Verfügung standen ein Minirouter R216 von Vodafone, ein Telekom Speedport LTE II und ein Teltonika RUT-950. Wichtig: man muß die richtige APN einstellen für die Gigacube-SIM-Karte, nämlich „home.vodafone.de„. Danach war es egal, in welches Gerät ich die SIM-Karte eingelegt habe – ich konnte problemlos surfen.

 

Wie gut ist mein Empfang ?

Um zu erfahren, wie gut der Empfang des Gigacube ist, gibt es zwei Möglichkeiten – entweder man verwendet die Bordmittel des Routers oder man verwendet ein kleines kostenloses Programm namens LTEWatch.

Beginnen wir mit den Bordmitteln.

Dazu loggen wir uns in den Router ein, indem wir in der Adresszeile des Router „192.168.8.1“ eingeben. Danach bekommen wir gezeigt, welchen Anbieter (in diesem Fall Vodafone) mit welcher Technologie (in diesem Fall 4G = LTE) und als grobe Orientierung in welcher Empfangs-stärke (fünf Balken) die Box verwendet. Wir wollen es aber genauer wissen. Deshalb klicken wir auf „Einstellungen„.

Danach noch ein Klick auf „Geräte-informationen„, und schon erscheint obige Liste. Uns interessieren eigentlich nur die Werte RSRP und RSRQ. RSRP gibt die Empfangsstärke an – die hier gezeigten -98 dB sind nicht sonderlich gut, aber man kann damit arbeiten. Der Gesamtbereich reicht von -50 dB (Exzellent) bis -115…-120 dB (Abbruch der Verbindung).

Der zweite relevante Wert ist RSRQ – er ist Maßstab für die Signalqualität. „Sehr gut“ ist ein RSRQ von -3, „Sehr schlecht“ alles, was jenseits von -15 ist. Der RSRQ hat auf die erreichbare Geschwindigkeit einen großen Einfluß. Wenn man einen schlechten RSRP hat (z.B. -105 dB) und einen sehr guten RSRQ (-3 dB), kann man trotzdem im LTE-2600-Bereich 100 MBit/s erreichen. Wenn man hingegen einen guten RSRP (z.B: -70) und einen sehr schlechten RSRQ hat (-15 dB), sind selbst 20 MBit/s schon unerreichbar.

Kommen wir nun zur Nutzung eines kostenlosen kleinen Programms zur Bestimmung der Empfangswerte. Es gibt auf der Seite LTE-Anbieter.info das Programm „LTE-Watch“ zum Download. Das Programm funktioniert unter Windows 7, 8.1 und 10. Damit kann man von zahlreichen aktuellen HUAWEI-Geräten die Empfangsdaten auslesen und noch einiges mehr – doch dazu später.

Wenn Sie das Programm heruntergeladen und entpackt haben, starten Sie es. Nun kommt die erste Hürde – die Einstellungen, ummit dem Programm arbeiten zu können.

Bitte wählen Sie wie auf dem Bild zu sehen als Zugangsmethode „Passwort“ und geben Sie als Adresse „192.168.8.1“ ein. Als Passwort geben Sie das Passwort ein, das Sie bei der Ersteinrichtung des Routers festgelegt haben. Nun klicken Sie auf „Speichern“, und LTEWatch beginnt zu arbeiten, indem das Programm die aktuellen Werte aus dem Gigacube ausliest und sowohl als Zahlen als auch grafisch darstellt. Außerdem zeigt es die Maxima und Minima der entsprechenden Werte an.

 

 

Der grafische Mode ist insbesondere dann interessant, wenn man entweder die Position des Gigacube oder eine Antenne ausrichten will für bestmöglichen Empfang.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenso interessant ist der „Big Mode„, der formatfüllend die entsprechenden Werte als Zahlen anzeigt. Mit der „Esc“-Taste kann man ihn wieder verlassen.

 

Kommen wir nun zu den weiteren Möglichkeiten des Programms. Dazu zunächst ein wenig Theorie. Für LTE stehen in Deutschland mehrere Frequenzen zur Verfügung. Vodafone hat Lizenzen für 800 MHz (LTE-800), 1800 MHz (LTE-1800) und 2600 MHz (LTE-2600). Diese Frequenzen haben sehr unterschiedliche physikalische Eigenschaften. LTE-800 hat eine hohe Reichweite, durchdringt Hauswände vergleichsweise gut und eignet sich daher sehr gut zur Versorgung großer, dünn besiedelter Flächen. LTE-1800 hat eine geringere Reichweite, durchdringt Wände auch noch halbwegs gut und wird eher in Städten verwendet. Die Reichweite von LTE-2600 ist am geringsten, und diese Frequenz kommt nur schwer durch Hauswände hindurch.

Vodafone setzt quasi als „Grundversorgung“ LTE-800 in ganz Deutschland ein und hat zusätzlich Stationen für LTE-1800 und LTE-2600, wo die Bandbreite mit LTE-800 nicht ausreicht, um alle Kunden zu versorgen. Ein Blick in Detailkarte der Netzabdeckungskarte verrät, was möglich ist: bis 75 MBit/s heißt „nur LTE-800“. Bis 225 MBit/s heißt „LTE-800 und LTE-1800 oder LTE-2600“. Bis 375 MBit/s heißt, dass alle drei Frequenzen vorhanden sind. Der Gigacube kann zur Erhöhung des Durchsatzes mehrere Frequenzen gleichzeitig nutzen – das heißt dann LTE-A („Advanced“).

Was nutzt uns dieses Wissen ?

Nun, wenn wir in eime Gebiet leben, in dem es „bis 225 MBit/s“ oder „bis 375 MBit/s“ gibt. lohnt es sich, die höheren Frequenzen anzuzapfen – zum einen, weil diese eine höhere Bandbreite liefern, zum anderen, weil sie durch ihre physikalischen Eigenschaften weniger ausgelastet sind – in den Häusern ist LTE-2600 schlichtweg oft nicht zu empfangen.

LTEWatch bietet nun die Möglichkeit, dem Router ein bestimmtes Frequenzband aufzuzwingen. Klicken Sie dazu neben „Frequenzband“ auf das „+“ und wählen Sie aus zwischen Automatisch, LTE-800, LTE-1800, LTE-2600 und LTE-Advanced. Wenn es die gewählte Frequenz nicht gibt oder am Standort des Gigacube nicht zu empfangen ist, teilt Ihnen das Programm dies mit.

Hier nun ein paar real gemessene Egebnisse:

Einstellung „Automatisch“: Hier scheint nur LTE-800 genutzt worden zu sein – 17 MBit/s im Download, fast dasselbe im Upload bei erträglichen Empfangswerten. Der Sender scheint halbwegs ausgelastet zu sein.

Nach Umschaltung auf LTE-2600 bietet sich uns dieses Bild:

Während der RSRP richtig schlecht ist, verbessert sich der RSRQ und der Download-Durchsatz hat sich mehr als verdoppelt.

Für diese Tests stand der Gigacube draußen auf dem Fensterbrett – im Haus war kein LTE-2600 zu empfangen. Abends stieg übrigens der Speed mit LTE-2600 auf fast 100 MBit/s an.

Wenn man also maximalen Speed haben will, lohnt sich die Investition in eine leistungsstarke Breitband-Außenantenne, die alle LTE-Frequenzen unterstützt

Erster Login in den Router

Wer den Vodafone Gigacube nicht nur als Blackbox nutzen will, sondern zum Beispiel den WLAN-Namen oder WLAN-Schlüssel ändern will, kommt nicht umhin, sich in den Router einzuloggen.

HUAWEI hat die IP-Adresse 192.168.8.1 für den Router von Haus aus reserviert. Wer sich einloggen will, gibt also genau diese Folge aus Zahlen und Punkten in seinen Internetbrowser da ein, wo sonst www.xxxx steht.

Der Router verlangt nun ein Passwort. Dieses Passwort steht auf der Unterseite des Routers.

 

 

 

Wenn man diese Hürde gemeistert hat, macht der Router eine Schnellkonfiguration. Als erstes kann man den WLAN-Namen ändern, wenn man möchte, und das WLAN-Passwort.

Der nächste Schritt ist die Änderung der Aktualisierung des Routers – automatisch über Nacht oder manuell. Diese Einstellung kann man so lassen.

 

Zum Abschluss muß man das Passwort ändern – ohne diese Änderung geht es nicht weiter. Das alte Passwort wird nicht akzeptiert.

 

 

Nach einem Klick auf „Fertigstellen“ hat man es geschafft und bekommt gleich die ersten Infos zu verbrauchtem Datenvolumen und Empfang.