Telefonieren mit dem Vodafone Gigacube – Teil 2

Normalerweise möchte man nicht mit einem Handy telefonieren, wenn man zuhause ist, sondern mit einem normalen Festnetztelefon. Es gibt auf dem Markt etliche Festnetztelefone, die IP-fähig sind.

Für diesen Test sollte es das Gigaset C430a Go sein – ein DECT-Telefon, das sowohl an einem normalen Telefonanschluß als auch an jedem Internetrouter funktioniert, für rund 70 Euro zu haben. Es hat eine komfortable Möglichkeit zur Konfiguration für die Internettelefonie – es sind so ziemlich alle VoIP-Anbieter Deutschlands abgespeichert. Man muß nur noch die Zugangsdaten eingeben – der Rest ist bereits voreingestellt. Und das Ganze extrem komfortabel – man ruft vom PC oder Tablet eine Internetadresse von Gigaset auf. Die Webseite sucht das Telefon, und man kann direkt am Bildschirm alle Einstellungen vornehmen.

So sieht der fertige Aufbau aus. Die schwarze Basisstation wird mit dem LAN-Anschluß des Vodafone Gigacube verbunden, und schon kann die Konfiguration losgehen.

Nach den Erfahrungen mit dem Handy ist es spannend, ob wirklich alle zuvor getesteten Anbieter funktionieren.

Und siehe da – keiner macht Probleme, unabhängig vom Transportlayer. Die Klangqualität ist noch einmal deutlich besser als am Handy. Wer also zum Beispiel von einem LTE zuhause-Tarif kommt, kann seine Festnetznummer zu einem VoIP-Anbieter portieren und sich so unabhängig machen von seinem Internet-/Telefonanbieter.

Wechsel von Vodafone LTE Zuhause zu Gigacube

So mancher, der bislang die LTE Zuhause-Tarife von Vodafone nutzen, schaut sehnsüchtig auf den Vodafone Gigacube– mehr Datenvolumen, modernerer Router, oftmals auch noch weniger Kosten im Monat. Der Nachteil des Gigacube-Tarifs ist allerdings, dass man über den Gigacube nicht (ohne weiteres) telefonieren kann. Außerdem gilt immer: Abgeschlossene (Zuhause-)Verträge sind einzuhalten, laufen also bis zum Ende der Laufzeit.

Wer den Zuhause-Tarif nur zum Surfen nutzt, aber noch nicht aus dem Vertrag herauskommt, kann sich einfach einen Vodafone Gigacube als Flex-Version holen und ihn nur dann benutzen, wenn das Datenvolumen des Zuhause-Tarifs aufgebraucht ist. Man zahlt nur in dem Monat, in dem man den Gigacube auch benutzt.

Will man umsteigen vom Zuhause-Router auf den Gigacube – den HUAWEI B528 – was schon von der Hardware her zu empfehlen ist – reicht es nicht immer, einfach nur das Gerät auszutauschen. Oftmals wurde eine externe Antenne installiert, um den Empfang zu optimieren. Diese kann mit einem einfachen Adaptersatz von der Norm der Zuhause-Router – SMA – auf den Gigacube weiter benutzt werden.

Schlechter Empfang zuhause – was tun ?

Als erstes hilft ein Blick in die Netzabdeckungskarte – sie zeigt in der Detailansicht, aus welcher Richtung der Sender strahlt. In die Richtung sollte man den Vodafone Gigacube ans Fenster stellen. Außerdem zeigt sie, welche Technologie – LTE oder 3G – am Einsatzort vorhanden ist. Ggfs. muß man den Gigacube umstellen:

Also wieder einloggen in den Gigacube, und unter Verbindungsausbau – Netzwerk-Einstellungen kann man unter „bevorzugter Modus“ 4G (=LTE) oder 3G auswählen.

Hilft auch das nichts, weil die Wände zuviel vom Signal schlucken und die Fenster aus Wärmeschutzverglasung bestehen, die nicht nur die Wärme, sondern auch die Funkwellen zurückhalten, hilft nur eine Außenantenne. WICHTIG: eine Antenne muß immer auf den Sender ausgerichtet werden, sie nutzt nichts, wenn sie auf der dem Sender abgewandten Seite des Hauses montiert wird.

Wir empfehlen entweder die Panorama LTE MIMO universal HighGain – eine Breitbandantenne mit 9 dBi Gewinn, die alle LTE- und 3G-Frequenzen abdeckt und damit zukunftssicher ist, wenn Vodafone weitere Frequenzen ausbaut, oder in ländlichen Gegenden, wo die Netzabdeckungskarte nur „bis 75 MBit/s“ anzeigt, die Novero Dabendorf LTE-800 MIMO als Singlebandantenne, die nur LTE-800 kann.

Die Antennen sollten mit sehr gutem Antennenkabel an den Gigacube angeschlossen werden – bis 7 Meter CS29 TWIN, bis 15 Meter H2007 oder äquivalente Kabeltypen – sonst fressen die Verluste des Kabels den Antennengewinn wieder auf. Nur die Bezeichnung „Low loss“ ist nichtssagend – unter dieser Bezeichnung werden auch Kabel verkauft, die im LTE-Frequenzbereich sehr hohe Verluste haben.

Wichtig: Achten Sie beim Kauf der Antennen darauf, dass die notwendigen Adapter für den Gigacube mit dabei sind und dass es sich um Adapter handelt, die aus einem dünnen Kabel mit zwei Anschlüssen an beiden Seiten handelt – eine Seite für die Antenne, andere Seite für den Gigacube. Es gibt auch andere Adapter, die aus einem Metallstück bestehen, das auf einer Seite das Antennenkabel und auf der anderen Seite den Gigacube-Anschluß haben. VORSICHT – verlustarme Antennenkabel sind mindestens 5 mm dick und können durch ihre Steifigkeit erhebliche Kräfte auf den Anschluß am Gigacube ausüben und die empfindlichen Anschlüsse ausbrechen!

Ich kann vor diesen Mini-Adaptern daher nur warnen !

Wenn Sie die Antennenkabel nicht durch eine Bohrung in Wand oder Fensterrahmen oder unter einem Dachziegel ins Haus legen dürfen oder wollen, gibt es Fensterdurchführungen. Das sind dünne RG-316-Teflonkabel, die mit einem Schutzmantel überzogen sind und in den Fensterfalz eingelegt werden können. RG-316 ist spezielles, sehr robustes dünnes HF-Kabel mit dem richtigen 50 Ohm Wellenwiderstand für diese Zwecke.

VORSICHT: Es werden leider immer wieder auch Fensterdurchführungen aus Fernost angeboten, die nur aus einem dünnen Film bestehen – diese sind zum einen sehr empfindlich, zum anderen haben sie durch den falschen Wellenwidderstand von 75 Ohm sehr hohe Verluste. Diese Fensterduchführungen sind eigentlich für Sat-Antennen gedacht.

Wenn Sie nun die Antenne montiert haben, können Sie mit dem kleinen Programm LTEWatch sehr einfach und schnell die Antenne aufs Optimum ausrichten.