Wie kommt das Antennenkabel ins Haus ?

Eine Außenantenne ist immer noch die effizienteste Möglichkeit zur Signalverbesserung. Allerdings gibt es da ein kleines Problem – die Antenne ist draußen, der Router im Haus, und dazwischen ist eine Wand.

Um das Kabel nun ins Haus zu bringen, kann man entweder das Kabel unter den Dachziegeln verlegen, die Wand anbohren oder den Fensterrahmen und das Kabel einfach durchziehen. Dies ist die beste und verlustärmste Lösung. Manchmal hat man diese Möglichkeit jedoch nicht, weil man in einer Mietwohnung lebt und der Vermieter Löcher in Wand oder Fensterrahmen nicht duldet. Für diese Fälle haben wir sogenannten Fensterdurchführungen im Programm. Dies sind 2 mm dünne, aber trotzdem robuste RG-316-Teflon-Kabel, die mit einer zusätzlichen Schutzhülle umgeben sind. Diese Fensterdurchführungen werden auf der den Scharnieren entgegengesetzten Seite des Fensterrahmens eingelegt.
R316 ist ein dünnes, sehr hochwertiges Hochfrequenzkabel für Frequenzen bis 6 GHz mit einem Wellenwiderstand von 50 Ohm. Somit entspricht es exakt den Spezifikationen für Mobilfunk/LTE.

Die Fensterdurchführungen gibt es in zwei Längen: 30 cm und 100 cm. Die lange Version sollte verwendet werden, wenn der Gigacube in der Nähe des Fensters steht. Die kurze Version ist optimal, wenn der Gigacube weiter weg steht und über ein Verlängerungskabel mit der Fensterdurchführung verbunden werden soll.

Die Reihenfolge der Verlegung ist somit:
Antenne – Antennenkabel – Fensterdurchführung – (ggfs. Verlängerungskabel -) Adapter für Gigacube – Gigacube

Schlechter Empfang zuhause – was tun ?

Als erstes hilft ein Blick in die Netzabdeckungskarte – sie zeigt in der Detailansicht, aus welcher Richtung der Sender strahlt. In die Richtung sollte man den Vodafone Gigacube ans Fenster stellen. Außerdem zeigt sie, welche Technologie – LTE oder 3G – am Einsatzort vorhanden ist. Ggfs. muß man den Gigacube umstellen:

Also wieder einloggen in den Gigacube, und unter Verbindungsausbau – Netzwerk-Einstellungen kann man unter „bevorzugter Modus“ 4G (=LTE) oder 3G auswählen.

Hilft auch das nichts, weil die Wände zuviel vom Signal schlucken und die Fenster aus Wärmeschutzverglasung bestehen, die nicht nur die Wärme, sondern auch die Funkwellen zurückhalten, hilft nur eine Außenantenne. WICHTIG: eine Antenne muß immer auf den Sender ausgerichtet werden, sie nutzt nichts, wenn sie auf der dem Sender abgewandten Seite des Hauses montiert wird.

Wir empfehlen entweder die Panorama LTE MIMO universal HighGain – eine Breitbandantenne mit 9 dBi Gewinn, die alle LTE- und 3G-Frequenzen abdeckt und damit zukunftssicher ist, wenn Vodafone weitere Frequenzen ausbaut, oder in ländlichen Gegenden, wo die Netzabdeckungskarte nur „bis 75 MBit/s“ anzeigt, die Novero Dabendorf LTE-800 MIMO als Singlebandantenne, die nur LTE-800 kann.

Die Antennen sollten mit sehr gutem Antennenkabel an den Gigacube angeschlossen werden – bis 7 Meter CS29 TWIN, bis 15 Meter H2007 oder äquivalente Kabeltypen – sonst fressen die Verluste des Kabels den Antennengewinn wieder auf. Nur die Bezeichnung „Low loss“ ist nichtssagend – unter dieser Bezeichnung werden auch Kabel verkauft, die im LTE-Frequenzbereich sehr hohe Verluste haben.

Wichtig: Achten Sie beim Kauf der Antennen darauf, dass die notwendigen Adapter für den Gigacube mit dabei sind und dass es sich um Adapter handelt, die aus einem dünnen Kabel mit zwei Anschlüssen an beiden Seiten handelt – eine Seite für die Antenne, andere Seite für den Gigacube. Es gibt auch andere Adapter, die aus einem Metallstück bestehen, das auf einer Seite das Antennenkabel und auf der anderen Seite den Gigacube-Anschluß haben. VORSICHT – verlustarme Antennenkabel sind mindestens 5 mm dick und können durch ihre Steifigkeit erhebliche Kräfte auf den Anschluß am Gigacube ausüben und die empfindlichen Anschlüsse ausbrechen!

Ich kann vor diesen Mini-Adaptern daher nur warnen !

Wenn Sie die Antennenkabel nicht durch eine Bohrung in Wand oder Fensterrahmen oder unter einem Dachziegel ins Haus legen dürfen oder wollen, gibt es Fensterdurchführungen. Das sind dünne RG-316-Teflonkabel, die mit einem Schutzmantel überzogen sind und in den Fensterfalz eingelegt werden können. RG-316 ist spezielles, sehr robustes dünnes HF-Kabel mit dem richtigen 50 Ohm Wellenwiderstand für diese Zwecke.

VORSICHT: Es werden leider immer wieder auch Fensterdurchführungen aus Fernost angeboten, die nur aus einem dünnen Film bestehen – diese sind zum einen sehr empfindlich, zum anderen haben sie durch den falschen Wellenwidderstand von 75 Ohm sehr hohe Verluste. Diese Fensterduchführungen sind eigentlich für Sat-Antennen gedacht.

Wenn Sie nun die Antenne montiert haben, können Sie mit dem kleinen Programm LTEWatch sehr einfach und schnell die Antenne aufs Optimum ausrichten.

Wie gut ist mein Empfang ?

Um zu erfahren, wie gut der Empfang des Gigacube ist, gibt es zwei Möglichkeiten – entweder man verwendet die Bordmittel des Routers oder man verwendet ein kleines kostenloses Programm namens LTEWatch.

Beginnen wir mit den Bordmitteln.

Dazu loggen wir uns in den Router ein, indem wir in der Adresszeile des Router „192.168.8.1“ eingeben. Danach bekommen wir gezeigt, welchen Anbieter (in diesem Fall Vodafone) mit welcher Technologie (in diesem Fall 4G = LTE) und als grobe Orientierung in welcher Empfangs-stärke (fünf Balken) die Box verwendet. Wir wollen es aber genauer wissen. Deshalb klicken wir auf „Einstellungen„.

Danach noch ein Klick auf „Geräte-informationen„, und schon erscheint obige Liste. Uns interessieren eigentlich nur die Werte RSRP und RSRQ. RSRP gibt die Empfangsstärke an – die hier gezeigten -98 dB sind nicht sonderlich gut, aber man kann damit arbeiten. Der Gesamtbereich reicht von -50 dB (Exzellent) bis -115…-120 dB (Abbruch der Verbindung).

Der zweite relevante Wert ist RSRQ – er ist Maßstab für die Signalqualität. „Sehr gut“ ist ein RSRQ von -3, „Sehr schlecht“ alles, was jenseits von -15 ist. Der RSRQ hat auf die erreichbare Geschwindigkeit einen großen Einfluß. Wenn man einen schlechten RSRP hat (z.B. -105 dB) und einen sehr guten RSRQ (-3 dB), kann man trotzdem im LTE-2600-Bereich 100 MBit/s erreichen. Wenn man hingegen einen guten RSRP (z.B: -70) und einen sehr schlechten RSRQ hat (-15 dB), sind selbst 20 MBit/s schon unerreichbar.

Kommen wir nun zur Nutzung eines kostenlosen kleinen Programms zur Bestimmung der Empfangswerte. Es gibt auf der Seite LTE-Anbieter.info das Programm „LTE-Watch“ zum Download. Das Programm funktioniert unter Windows 7, 8.1 und 10. Damit kann man von zahlreichen aktuellen HUAWEI-Geräten die Empfangsdaten auslesen und noch einiges mehr – doch dazu später.

Wenn Sie das Programm heruntergeladen und entpackt haben, starten Sie es. Nun kommt die erste Hürde – die Einstellungen, ummit dem Programm arbeiten zu können.

Bitte wählen Sie wie auf dem Bild zu sehen als Zugangsmethode „Passwort“ und geben Sie als Adresse „192.168.8.1“ ein. Als Passwort geben Sie das Passwort ein, das Sie bei der Ersteinrichtung des Routers festgelegt haben. Nun klicken Sie auf „Speichern“, und LTEWatch beginnt zu arbeiten, indem das Programm die aktuellen Werte aus dem Gigacube ausliest und sowohl als Zahlen als auch grafisch darstellt. Außerdem zeigt es die Maxima und Minima der entsprechenden Werte an.

 

 

Der grafische Mode ist insbesondere dann interessant, wenn man entweder die Position des Gigacube oder eine Antenne ausrichten will für bestmöglichen Empfang.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenso interessant ist der „Big Mode„, der formatfüllend die entsprechenden Werte als Zahlen anzeigt. Mit der „Esc“-Taste kann man ihn wieder verlassen.

 

Kommen wir nun zu den weiteren Möglichkeiten des Programms. Dazu zunächst ein wenig Theorie. Für LTE stehen in Deutschland mehrere Frequenzen zur Verfügung. Vodafone hat Lizenzen für 800 MHz (LTE-800), 1800 MHz (LTE-1800) und 2600 MHz (LTE-2600). Diese Frequenzen haben sehr unterschiedliche physikalische Eigenschaften. LTE-800 hat eine hohe Reichweite, durchdringt Hauswände vergleichsweise gut und eignet sich daher sehr gut zur Versorgung großer, dünn besiedelter Flächen. LTE-1800 hat eine geringere Reichweite, durchdringt Wände auch noch halbwegs gut und wird eher in Städten verwendet. Die Reichweite von LTE-2600 ist am geringsten, und diese Frequenz kommt nur schwer durch Hauswände hindurch.

Vodafone setzt quasi als „Grundversorgung“ LTE-800 in ganz Deutschland ein und hat zusätzlich Stationen für LTE-1800 und LTE-2600, wo die Bandbreite mit LTE-800 nicht ausreicht, um alle Kunden zu versorgen. Ein Blick in Detailkarte der Netzabdeckungskarte verrät, was möglich ist: bis 75 MBit/s heißt „nur LTE-800“. Bis 225 MBit/s heißt „LTE-800 und LTE-1800 oder LTE-2600“. Bis 375 MBit/s heißt, dass alle drei Frequenzen vorhanden sind. Der Gigacube kann zur Erhöhung des Durchsatzes mehrere Frequenzen gleichzeitig nutzen – das heißt dann LTE-A („Advanced“).

Was nutzt uns dieses Wissen ?

Nun, wenn wir in eime Gebiet leben, in dem es „bis 225 MBit/s“ oder „bis 375 MBit/s“ gibt. lohnt es sich, die höheren Frequenzen anzuzapfen – zum einen, weil diese eine höhere Bandbreite liefern, zum anderen, weil sie durch ihre physikalischen Eigenschaften weniger ausgelastet sind – in den Häusern ist LTE-2600 schlichtweg oft nicht zu empfangen.

LTEWatch bietet nun die Möglichkeit, dem Router ein bestimmtes Frequenzband aufzuzwingen. Klicken Sie dazu neben „Frequenzband“ auf das „+“ und wählen Sie aus zwischen Automatisch, LTE-800, LTE-1800, LTE-2600 und LTE-Advanced. Wenn es die gewählte Frequenz nicht gibt oder am Standort des Gigacube nicht zu empfangen ist, teilt Ihnen das Programm dies mit.

Hier nun ein paar real gemessene Egebnisse:

Einstellung „Automatisch“: Hier scheint nur LTE-800 genutzt worden zu sein – 17 MBit/s im Download, fast dasselbe im Upload bei erträglichen Empfangswerten. Der Sender scheint halbwegs ausgelastet zu sein.

Nach Umschaltung auf LTE-2600 bietet sich uns dieses Bild:

Während der RSRP richtig schlecht ist, verbessert sich der RSRQ und der Download-Durchsatz hat sich mehr als verdoppelt.

Für diese Tests stand der Gigacube draußen auf dem Fensterbrett – im Haus war kein LTE-2600 zu empfangen. Abends stieg übrigens der Speed mit LTE-2600 auf fast 100 MBit/s an.

Wenn man also maximalen Speed haben will, lohnt sich die Investition in eine leistungsstarke Breitband-Außenantenne, die alle LTE-Frequenzen unterstützt