5G – was ist das ?

Es gab monatelang großes Tamtam um die Versteigerung der 5G-Frequenzen – ohne dass jemand sagen konnte, was das eigentlich ist.

5G ist eine neue Übertragungstechnologie von Daten über die Mobilfunknetze, die mit gegenüber LTE fortschrittlichen Modulationsverfahren arbeitet und deshalb bei derselben Bndbreite mehr Daten transportieren soll. Außerdem soll die Latenz – also die Verzögerung zwischen Anfrage und Antwort, auch PING genannt – deutlich kürzer werden als bisher, man spricht von 1 ms – bei LTE sind 20-100 ms normal.

Beginnen wir mit den Frequenzen. Versteigert wurden zuletzt vor allem Frequenzen im Bereich von 3,8 GHz – also 3800 MHz. Das ist das doppelte bis vierfache der bisher verwendeten LTE-Frequenzen. Bei diesen Frequenzen treten Reichweitenprobleme und Probleme mit der Indoor-Versorgung noch weitaus intensiver auf, als es bei LTE der Fall ist. Um eine Flächenversorgung sicherzustellen, sind damit ein Vielfaches an Basisstationen notwendig gegenüber den jetzigen LTE-Basisstationen. Wer also glaubt, dass er damit das bessere Internet in die Wohnung bekommt, wird feststellen, dass das oft nur mit zusätzlichem Aufwand möglich ist.

Zusätzlich sind Frequenzen im Millimeterwellenbereich geplant – oberhalb von 24 GHz. Diese Frequenzen eignen sich nur als Ersatz für die „letzte Meile“ – also quasi für die Strecke vom Telefonverteiler zum Haus, denn hier funktioniert nur Richtfunk mit direkter Sichtverbindung. Schließlich werden mittelfristig die jetzt noch für 3G genutzten Frequenzen um 2000 MHz hinzukommen, die eine Abdeckung ähnlich wie 3G bieten werden.

Die Versprechen hinsichtlich des PING von 1 ms und weniger sind – genau besehen – unrealistisch. Es ist nicht nur die reine Signallaufzeit vom Sender zum Empfänger zu betrachten – hier reicht eine Millisekunde für 150 km Entfernung – sondern zusätzlich die Verarbeitungszeit der Signale in der Basisstation und im Zentralrechner des Mobilfunkunternehmens. Hinzu kommen die Laufzeiten zum angefragten Server und zurück sowie dessen Verarbeitungszeit. Realistisch sind da eher 20-30 ms, und dieser Wert wird schon jetzt mit einer (guten) LTE-Verbindung realisiert.

Bleibt noch die Bandbreite. Aufgrund der verwendeten hohen Frequenzen steht mehr Frequenzbreite zur Verfügung, die pro Kanal genutzt werden kann. Somit sind in der Tat Bandbreiten von 500 MBit/s und mehr realisierbar, ohne dass man zu Kunstgriffen wie Frequenzbündelung oder so greifen muß. Erfahrungsmäßig muß man aber damit rechnen, dass datenhungrige Anwendungen auch diese Bandbreite ausreizen werden.

Autor: Der Antennenfreak

Impressum: Antennenfreak.de Christian Rosner Telecom Ringbahnstr. 67 12099 Berlin Telefon: +49 (0) 33 38 - 917 32 78 Email: service@antennenfreak.de USt.-IdNr.: DE155541497

Schreibe einen Kommentar